Weltweite Zusammenarbeit für fairen Wettbewerb und Verbraucherschutz

Shutterstock

Vertreter aus 70 Nationen unterzeichnen auf OIML-Tagung in Hamburg ein MoU (Memoranda of Understanding) mit IEC und ILAC/IAF zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit

Vertreter aus 70 Nationen haben auf der OIML-Tagung, 9. - 12. Oktober 2018, in Hamburg ein MoU (Memoranda of Understanding) mit IEC und ILAC/IAF zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit unterzeichnet und neue Projekte auf den Weg gebracht. Dazu gehört eine Richtlinie über die Partikelzählung für Abgasmessgeräte. Für die Waagenindustrie von Bedeutung sind die neuen Projekte zur Überarbeitung der OIML R 51 Automatic catchweighing instruments und der OIML R 134 Automatic instruments for weighing road vehicles in motion and measuring axle loads.

Was im ersten Moment bürokratisch klingt, ist tatsächlich für das tägliche Leben unverzichtbar: Eine funktionsfähige Qualitätsinfrastruktur mit verlässlicher Messtechnik bietet die Voraussetzung für einen freien, fairen und sicheren Handel, ein zuverlässiges Gesundheitswesen, den Schutz der Umwelt oder den Ausbau erneuerbarer Energien. Für ein exportorientiertes Land wie Deutschland ist es darüber hinaus von zentraler Bedeutung, dass deutsche Hersteller ihre messtechnischen Produkte nach dem Motto „Einmal geprüft – weltweit anerkannt“ international möglichst problemlos in Verkehr bringen können.

Mitgliedsfirmen der Wägetechnik sind über den europäischen Waagenverband CECIP in der OIML vertreten. Roland Nater, der als CECIP Repräsentant die Interessen der europäischen Waagenhersteller seit 2008 in der OIML vertritt, wurde in Hamburg für sein Engagement mit einen "Letter of appreciation" geehrt. Professor Roman Schwartz, CIML Präsident, würdigte die Verdienste von Roland Nater und hob die Bedeutung von Industriebeiträgen hervor, die die Relevanz der OIML-Publikationen für alle Beteiligten im gesetzlichen Messwesen gewährleisten. Die OIML dankt Roland Nater für seinen Beitrag seitens der Wägetechnik.

PTB

Roland Nater erhält den OIML Letter of Appreciation

Deutschland ist Gründungsmitglied der 1955 ins Leben gerufenen OIML, die mittlerweile 62 Mitgliedsstaaten sowie 65 korrespondierende Mitglieder hat. Ihr oberstes Ziel ist es, die Vielzahl der nationalstaatlichen Rechtsvorschriften und messtechnischen Prüfungen von Messgeräten international zu harmonisieren. Betroffen sind eichpflichtige Geräte, von denen es allein in Deutschland rund 150 Millionen gibt. Dazu gehören beispielsweise Waagen und Zapfsäulen, Gas-, Wasser- und Elektrizitätszähler – insgesamt 150 eichpflichtige Messgerätearten. Die Arbeit der OIML hat viel mit Normung, Zertifizierung und vertrauensbildenden Maßnahmen zur gegenseitigen Anerkennung von Prüfergebnissen zu tun. So wurde zum 1. Januar 2018 das OIML-Zertifizierungssystem auf den Weg gebracht, das bis 2021 schrittweise mehr als 30 Messgerätearten abdecken soll. Der praktische Nutzen ist groß: einerseits verlässliche und vergleichbare Messungen in Wirtschaft, Handel, Gesellschaft, Umweltschutz und Medizin, andererseits ein einfacherer Marktzugang für Messgerätehersteller rund um den Globus.

Gut zu wissen