Konjunktur Prüftechnik

Shutterstock

Produktion wieder mit Bestmarke

Produktion
Die Prüftechnik steigert im Jahr 2018 das Produktionsvolumen um 9,2 Prozent. Mit einem Gegenwert von mehr als 2,6 Mrd. Euro kann, trotz des bereits im Vorjahr erreichten Spitzenwertes, hiermit erneut eine Bestmarke gesetzt werden. Die positive Tendenz zeigte sich kontinuierlich über alle vier Quartale, wobei insbesondere die letzten drei Jahresmonate erheblich zur guten Jahresbilanz in der Produktion beitragen. Die sehr gute Auftragslage und hohe Auslastung der Produktion führen aber zu ersten Engpässen, die nur durch den breiten Einsatz von Überstunden abgedeckt werden können.
Auftragseingang und Umsatz

Im Jahr 2018 steigt das Volumen der Neuaufträge auf Basis des bereits guten Vorjahres nochmals um knapp 7,5 Prozent. Erfreulich ist, dass praktisch in allen erfassten Märkten Zuwächse erreicht werden können. Die Bestellungen aus dem Inland nehmen um 5,6 Prozent zu. Im Ausland wächst die Nachfrage um insgesamt 8,5 Prozent. Am dynamischsten entwickelt sich das Auftragsvolumen aus den Euro-Partnerländern, das mit einem Plus von 16,2 Prozent wesentlich zum positiven Ergebnis der Auslandsmärkte beiträgt. Auch bei der Umsatzentwicklung melden die Hersteller positive Zahlen, in Summe kann ein Umsatzplus von mehr als 9 Prozent verbucht werden. Durch den üblichen Zeitversatz zwischen Auftragseingang und Umsatzerlös zeigen sich hier jedoch andere Tendenzen. Mit einem starken Anstieg von 17,2 Prozent legt der Umsatz im Inland am deutlichsten zu, wohingegen der Umsatz in den Euro-Partnerländern im Jahr 2018 um 10,7 Prozent zurückgeht.

Außenhandel
Trotz sehr guter Auftragslage kann der Export von Produkten der deutschen Prüftechnik das Vorjahresniveau nur knapp halten und geht im Jahr 2018 insgesamt um 1,6 Prozent zurück.

In Europa (-3,3%) und im Bereich der EU-28 (-1,3%) werden insgesamt weniger Produkte aufgenommen. In den „Top 10“ der Einzelmärkte zeigen sich sehr unterschiedliche Entwicklungen. Erfreulicherweise nimmt der Bedarf in China, dem mit Abstand größten ausländischen Einzelmarkt für deutsche Prüftechnik, weiter zu. Die Exporte wachsen erneut um 12,5 Prozent. Im Jahr 2018 gehen damit fast 32 Prozent der Ausfuhren in das Land der Mitte. Im gleichen Zeitraum gehen die Exporte in den zweitgrößten Einzelmarkt, die USA, um 18,7 Prozent zurück, obwohl bereits im Vorjahr ein zweistelliger Rückgang verbucht werden musste. Auch der mexikanische Markt, der in der Rangfolge den dritten Platz belegt, nimmt aktuell knapp 15 Prozent weniger Prüftechnik ab. Erfreulich ist die derzeitige Nachfragesituation in Tschechien. Neu im Kreis und auf Platz 5 der 10 größten Einzelmärkte nimmt das Land in 2018 68,3 Prozent mehr Prüftechnik aus Deutschland auf als im Vorjahr. Enttäuschend verläuft für die Prüftechnik die Geschäftsentwicklung in der Türkei (-30,4%) sowie auf dem russischen Markt (-0,4%), der bereits seit mehreren Jahren stagniert.

Prüftechnik - Ausblick
Der Auftakt in das Jahr 2019 verlief für die Prüftechnik in Deutschland nicht reibungslos. Das hohe Auftragsvolumen der Vormonate führt zwar auch zu Jahresbeginn 2019 zu einem deutlich Umsatz-anstieg (>30% im 1. Quartal). Allerdings muss für das Gesamtvolumen der Neuaufträge ein deutlicher Rückgang von 8,4% im Vergleich zum Vorjahr konstatiert werden. Die Märkte im Inland (-8,5%) und das Ausland in Summe (-8,4%) geben gleichermaßen nach. Unerfreulich ist jedoch der sehr deutliche Rückgang bei Neuaufträgen aus dem Bereich der Euro-Partnerländer, die im Vergleich zum Vorjahresquartal aktuell 37,6 Prozent weniger Produkte der deutschen Prüftechnik beauftragen.

Für das laufende Jahr 2019 rechnet die Branche mehrheitlich mit einer konstanten Geschäftslage. Große dynamische Veränderungen werden weder aus dem Inland noch aus den internationalen bzw. europäischen Märkten erwartet. Die Chance auf weitere Zuwächse wird vor allem im US-amerikanischen sowie auf dem chinesischen Markt gesehen. Allerdings sind hier auch die Unsicherheiten in Bezug auf das politische Umfeld besonders hoch (internationale Handelskonflikte).

Aufgrund der beschriebenen Tendenzen geht die Prüftechnikbranche derzeit von einem eher verhaltenen Jahr und einem insgesamt leichten Umsatzrückgang zwischen 2% und 3% aus.

Downloads