Die Digitalisierung wird nur dann erfolgreich, wenn der Rechtsrahmen stimmt

Espera

CECIP präsentiert seine Vision für die europäische Wägeindustrie bis 2030.

Brüssel, 25. November 2019

Wie in vielen Teilen von Gesellschaft und Industrie wird auch die Wägetechnik immer digitaler und vernetzter. Damit verbunden ist ein hoher Nutzen für den Waagenanwender und es ergeben sich eine Reihe von Chancen. “Um das volle Potenzial dieser Chancen auszuschöpfen, ist es wichtig, dass die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden", so CECIP-Präsident Urs Widmer. Dazu seien Anpassungen im EU Richtlinienwerk notwendig. Die Softwareanforderungen müssten einfacher werden, und es sollte ein risikobasierter Ansatz für die Softwareanforderungen zugelassen werden. Darüber hinaus sei notwendig, einen Rechtsrahmen zu definieren, der Innovationen in Bereichen wie der künstlichen Intelligenz nicht behindere. Waagen könnten dadurch ihre Anwender besser in die Lage versetzen, effizient zu produzieren und die Sicherheit bei allen industriellen Prozessen, bei denen das Wiegen eine Schlüsselmessung ist, zu erhöhen. Außerdem würde die Produktion insgesamt nachhaltiger und der Verbraucherschutz verbessert.

Marktüberwachung ist Schlüssel für Verbraucherschutz

Für die CECIP ist es unerlässlich, eine wirksame Marktüberwachung zu haben, um Verbraucherschutz und fairen Wettbewerb sicherzustellen. Diese wird zwar auf nationaler Ebene, geregelt, die CECIP bietet aber an, mit den Behörden zusammenzuarbeiten, um die Marktüberwachung innerhalb der EU zu stärken und die Einhaltung der Rechtsvorschriften zu gewährleisten.

Harmonisierung der Verwendungsüberwachung

Die europäische Harmonisierung der Verwendungsüberwachung ist für CECIP-Vorstandsmitglied und ESPERA WERKE-Geschäftsführer Marcus Korthäuer entscheidend: "Der Europäische Binnenmarkt bringt der Branche große Vorteile, wenn es um das Inverkehrbringen von Instrumenten geht. Es ist Zeit für den nächsten Schritt, indem die Anforderungen an die Dienstleistungen auch in der Wägetechnik harmonisiert werden."

Diese Position wird durch eine von der CECIP Anfang dieses Jahres durchgeführten Umfrage untermauert. Die Umfrage ergab, dass zwar 64% der KMU in der Waagenindustrie Dienstleistungen im Ausland erbringen, wie z.B. Reparatur und Installation von Geräten, aber nur 18% der KMU rechtliche Überprüfungen durchführen. Die wichtigsten festgestellten Handelshemmnisse sind unterschiedliche nationale Anforderungen und der zusätzliche Aufwand für die Erteilung von Genehmigungen in jedem Land. Unternehmen, die die Nachprüfungen trotz der Hemmnisse durchführen, wenden aufgrund von zusätzlichen Verwaltungs- und Arbeitsstunden über 6 Millionen Euro pro Jahr auf, Geld, das in Forschung und Entwicklung viel besser investiert wäre.

Erleichterung des globalen Handels

Die Erleichterung des Handels mit Waagen und der Erbringung von Dienstleistungen im Ausland gilt nicht nur für den innergemeinschaftlichen Handel. Die Waagenindustrie ist eine globale Industrie und europäische Waagen werden in der ganzen Welt verkauft. Daher rief die CECIP dazu auf, internationale Handelsabkommen zu forcieren und die technischen Anforderungen an Messgeräte durch eine intensivere Zusammenarbeit mit der OIML zu harmonisieren.

Als europäischer Branchenverband wird CECIP die Zusammenarbeit mit Branchenverbänden in den USA, China und Japan verstärken.

Die CECIP Pressemitteilung sowie die CECIP Vision 2030 finden Sie im Downloadbereich.

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